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Förderverein der St.Bartholomäus- und St.Ursula-Kirche zu Wiehe e.V.
Manfred Reinhardt
Am Fliegental 15

06571  Wiehe
 

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Förderverein der St.Bartholomäus- und St.Ursula-Kirche zu Wiehe e.V.
Förderverein der St.Bartholomäus-und St.Ursula-Kirche zu Wiehe e.V.

St. Bartholomäus

Schon von Weitem sieht man sie, wenn man nach Wiehe fährt, die Taufkirche der Geschwister Ranke und eines der Wahrzeichen von Wiehe: Die St. Bartholomäuskirche. Deshalb möchten wir sie an dieser Stelle vorstellen.
In der Kirchenchronik geblättert...
Im Juni 933 wird in der Schenkungsurkunde von Heinrich I. zum ersten Mal eine Kirche im Ort erwähnt. Die heutige Kirche steht mit großer Wahrscheinlichkeit auf den Grundmauern jener Kirche und ist bereits der 4. Kirchenbau an dieser Stelle. Zwischen 1468 und 1568-1571 wurde jeweils die Kirche neu gebaut. Aus dem ersten Kirchenbau sind die noch heute gebrauchten Abendmahlsgeräte und das Taufbecken vorhanden.
Als am 30.April 1659 ganz Wiehe brennt, bleibt auch die Kirche nicht verschont: Die gotische Turmspitze zerbirst und die Glocken schmelzen. Aber schon 1670 wird während des Patronats des Adam Ludwig von Werthern und Wolfs Adolphs von Werthern die heutige Kirche mit einer neuen Zwiebelspitze und ein niedrigeres Kirchenschiff errichtet.
In den Jahren 1672/77 wird der heutige Altar durch Ludwig von Werthern und seiner Ehefrau Wilhelmine Eleonore gestiftet. Aber schon am 16. Juni 1761 kommt der nächste Rückschlag: Ein Blitz zerstört den Turmaufbau und richtet Schäden an der Orgel und im Inneren der Kirche an. 1763 wird die Turmreparatur mit dem Aufsetzen eines neuen Turmknopfs und einer Wetterfahne beendet.
1776: Die Orgel wird umgebaut und erweitert durch eine Stiftung des Licentianten der Medizin Gottfried Feinler.
Im Jahr 1789 werden von einem unbekannten Spender Vasen aus Messing gestiftet und noch ein neues Element kommt in die Kirche: Sie erhält durch Vermittlungen Adolph v.Werthern den Kronleuchter aus der Nicolai-Kirche Leipzig.
1828 erfolgt der Neubau der Sakristei.
1851: Ein Taufstein wird aufgestellt. Bis dahin stand die Taufschale auf dem Altar.

Von 1892 – 1894 wird die Kirche unter Oberpfarrer Wiegner renoviert. Die doppelte, hufeisenförmige Empore wird um - und das jetzige Gestühl wird eingebaut. Die Orgel wird durch Orgelbaumeister Hildebrandt aus Rossleben mit altem Material neu gebaut, dabei wird das Prospekt beibehalten. 18 bzw. 25 Jahre später wird die Renovierung der Kirche durch das Einsetzen von drei Buntglasfenster (von Gemeindemitgliedern gestiftet) abgeschlossen.
Die Kirche im 20. und 21. Jahrhundert
1918 muss die größte Glocke an die Rüstungsindustrie abgeliefert werden.
Im Juni 1922 wird die Gedenktafel nach einem Entwurf von Prof. Weidanz aus Halle für die Gefallenen des 1. Weltkrieges eingeweiht.
Doch schon 1925 wird durch die Familie von Werthern eine Stahlgussglocke gestiftet, dadurch angeregt wird sogar noch eine 2. Stahlgussglocke durch Gemeindemitglieder gestiftet.
1969/72: in einem ersten Abschnitt kann die Kirche durch freiwillige Arbeit und Spenden der Gemeinde saniert werden. Der Ostgiebel wird gesichert und die Wand wird saniert durch Drainage und Dachrinnen, der Wandputz wird entfernt, die rechte Patronatsloge wird abgerissen.
1977 wird der Kirchturm neu mit Schiefer gedeckt und der Turmknopf und die Wetterfahne erneuert. Gemeindemitglieder beider Konfessionen finanzieren die Arbeiten durch Spenden.

1983: ein Teil des Kirchendachs wird neu gedeckt. Im Altarraum wird ein neues bleiverglastes Fenster eingesetzt. Die Arbeiten wurden fast ausschließlich von Spenden der Gemeinde finanziert.
1990: Die Farbglasfenster werden mit einem Kostenaufwand von 12.000 DM restauriert. Und das Glockengeläut wird von nun elektronisch gesteuert. 1991: Das Kirchendach wird neu beschiefert und die Wetterfahne wird zurecht gerückt.
1994 wird zusammen mit dem Marktplatz von Wiehe auch der Eingangsbereich der St. Bartholomäus-Kirche neu gestaltet.

2000: Beginn der Restaurierung der Hildebrandt-Orgel
2001/02: Sicherung und Sanierung des Ostgiebels, wobei dieser neu verputzt und gestrichen wird. Der Kostenumfang beträgt 68.500 €. 
2002/03 wird der Kirchturm instand gesetzt er erhält Außenputz, dabei entsteht ein Kostenumfang von 346.000 €
2004: Öffnung der Oertelschen Familiengruft, in der sich Särge befinden. Dabei wurde überraschend eine Christusfigur aus einer Ölberggruppe gefunden, die um 1500 entstanden ist.
2006: Das Kirchenschiff wird saniert und die Gedenktafel für die Opfer des 2. Weltkrieges an der Außenwand wird eingeweiht. Diese wurde ausschließlich von Spenden finanziert. Die Gruft mit ihren 5 Särgen wurde nach erfolgreicher Sanierung am Tag des Denkmals 2006 fertig gestellt.
2007: Zu Ostern wird die sanierte Christusfigur im Altarbereich aufgestellt.
2008: Die beiden Stahlgussglocken von 1925 werden saniert,
Kostenpunkt 2500 € ( vom Förderverein finanziert).
Auch die Hildebrandtorgel konnte durch die Unterstützung der Hoffmannstiftung und Erbe E. Müchler fertig saniert werden. Durch das Konzert von Domorganist Silvius von Kessel wurde sie am Reformationstag eingeweiht.
2009: Die Elekroanlagen werden durch Fördermittel vom Kirchenkreis komplett erneuert.
2010: Die Kirchengemeinde finanziert neue Teppiche und Vorhänge.
2013: Beginn der Innensanierung mit einer restauratorischen Voruntersuchung
2014: Fertigstellung des 1. Bauabschnittes der Innensanierung: Sanierung der Erkerfenster, der Holztonne und des Altarbereiches
2015: 2. Bauabschnitt: Sanierung der Innenwände des Kirchenschiffs und der Elektrik. Erstellung einer Sichtachse an einem Teil der Empore.
2016: 3. Bauabschnitt: Sanierung der Patronatsloge und einem Teil der Emporen.
Die Patronatsloge der Familie von Werthern wird 2016 restauriert.
Sehenswertes
- Opferstock: stammt noch aus der ersten Kirche am Ort, die 933 erstmals erwähnt wurde, das ottonische Kreuz von Otto des Großen ist auf 5 Seiten abgebildet
- 5 Epitaphien hängen in der St. Bartholomäuskirche. Sie sind Zeichen von Trauer und Hoffnung. Sie sind Gedenktafeln für die Familie von Werthern, die Patronen der Kirche und deren Angehörigen, die hier bestattet sind.
- 1.Epitaph: ( auf der rechten Seite) Dieses stellt Wilhelmine Eleonore von Werthern geb. von Thangeln (1637-1689) mit ihren vier verstorbenen Kindern und Christus dar, der ihr die Hand reicht um sie alle zu erlösen.
- 2.Epitaph: (auf der rechten Seite) stellt Adam Ludwig von Werthern dar (1642-
1689)
- 3.Epitaph (rechts) ist für Christine Marie von Werthern (1650-1677)
- 2 Holzepitaphien auf der linken Seite für Wolf Adolph von Werthern (1643 -1701) und darunter dessen Sohn (gest. 1688) .
 Die Orgel wurde 1893 neu gebaut durch Orgelbaumeister Hildebrandt. Das Orgelprospekt stammt aber noch von der alten Orgel (um 1700). Sie besitzt ein Orgelwerk von 1894 und hat 1080 Pfeifen und 19 Register. Von 2000- 2008 wurde sie mit einem Gesamtkostenumfang von 64.000 € von der Firma Rösel & Hercher restauriert und komplett wieder spielbar gemacht. Lange Zeit dauerte es bis die Orgel vollständig restauriert wurde, da alles von Spenden abhing. Dank Heinrich Hoffmann, der durch seine Stiftung der den Rest für die vollständige Restaurierung komplett finanzierte, konnte die Hildebrandt-Orgel wieder spielbar gemacht werden. Am 31. Oktober 2008 weihte der Domorganist von Erfurt, Silvius von Kessel, mit einem Konzert die Orgel wieder ein. Sie kann nun wieder ihre Stimmtonhöhe von 440 Hertz bei 15 °C erklingen lassen. Durch eine 75 mm hohe Wassersäule wird der Winddruck erzeugt.
- Der barocke Kanzelaltar (1672-1677) enthält an den geschnitzten Seitenwangen das Bildnismedaillion des Stifters Ludwig von Werthern und das seiner Gemahlin Wilhelmine Eleonore von Werthern. Die Muscheln sind das Symbol der „Pilger zum ewigen Leben“, die in der von Christus geschenkten Auferstehung das Ziel ihres Lebens erreichten. Über der Kanzel befindet sich das Gemälde „Die Auferstehung“ und genau rechts neben dem Kanzelkorb das Familienwappen derer von Werthern.
- Die verglaste Patronatsloge war für die Familie von Werthern bestimmt um von dort aus den Gottesdienst zu verfolgen. Diese konnten sie, getrennt von den Bürgern Wiehes, von einem Seiteneingang aus erreichen. Die Patronatsloge ist die einzige noch erhaltene aus dieser Kirche, da bis 19769/72 auf der rechten Seite der Kirche ebenfalls eine Patronatsloge angebracht war.
weiteres Sehenswerte ist die Holztonne und die dreiseitig umlaufende, zweigeschossigen Emporen
- Im Altarraum befindet sich die Begräbnisstätte der Patrone (ca. 52 Personen). Eröffnet wurde sie durch Johannes von Werthern mit der Beisetzung seiner drei Frauen (1464, 1485,1519). Er selbst wurde 1534 dort bestattet. Die letzte Beisetzung war 1709 mit der Bestattung von Rixa Christiane von Werthern.
- Die Ölbergfigur wurde 2004 bei Sanierungsarbeiten am Turm in der Oertelschen Familiengruft entdeckt. Die sehr alte Holzfigur stellt den betenden Christus aus der Ölberggruppe dar, die um 1500 entstanden ist. Der Figur sind Nase und Hände abgeschlagen wurden. Unmittelbar nach der Entdeckung wurde sie nach Erfurt zur Restaurierung gegeben und 2007 konnte sie wieder zu Ostern in der Kirche von der Gemeinde empfangen werden. Sie steht nun im Altarraum.
Unter der Treppe an der Westseite des Turms befindet sich ein Grabstein vom schwedischen Oberst Wiegelstern (*1611), der nach dem 30-jährigen Krieg hier 1641 verstorben ist.
- Der Kirchturm ist 1518 mit barocker Haube erbaut. 1670/3 wurde ihm eine neue barocke Haube mit 2 Laternen und Spitzhelm aufgesetzt, da die frühere Spitze beim Stadtbrand 1669 zerbarst. Er ist allein ca. 56 Meter hoch, das Kreuz ausgeschlossen.
Er besitzt 4 Glocken, davon 2 Bronzeglocken (1660 u. 1668) und 2 Stahlgussglocken von 1925.
Die Sandsteintafeln am Fuße des Turms stellen einmal die Kreuzigung Christi; St. Bartholomäus (den Schutzheiligen von Kirche und Stadt) und die Erbauungsurkunde von 1518 dar.
- Die beiden Buntglasfenster von 1912 neben dem Kanzelaltar stellen jeweils die Kreuzigung (links) und die Auferstehung (rechts) dar
An der Südseite der Außenwand befindet sich eine Gebetsuhr aus dem 16. Jahrhundert.